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Blog für Kinder- und Jugendliteratur

„Kraftwerk der Kinder- und Jugendbuchszene“

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Jubiläumsfestakt fünfzig Jahre Institut für Jugendbuchforschung

„Das Institut und die Professur sind für die nächste Dekade gesichert.“ Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main, spricht klare Worte zu Beginn des Festaktes am 14. November 2013 anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des Instituts für Jugendbuchforschung. Er sichert dem 1963 von Prof. Dr. Klaus Doderer gegründeten Institut, das dem Fachbereich 10, Neuere Philologien, angehört, weiterhin institutionelle Selbstständigkeit zu. „Das Institut hat über die Ausbildung von Wissenschaftlern hinaus große Strahlkraft in die Gesellschaft hinein“, fügt er hinzu.

Ausgangspunkt der Institutsarbeit ist die Erforschung aktueller, jedoch auch historischer Strömungen und Phänomene im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Über 600 Abschlussarbeiten wurden am Institut verfasst, seit Prof. Dr. Hans-Heino Ewers 1990 die Leitung übernahm. Neben der lebhaften Forschung und zahlreichen Forschungsbeiträgen suchte das Institut stets Kooperationsmöglichkeiten. Schon die namentliche Begrüßung nur einer kleinen Auswahl der geladenen Gäste durch Ewers nimmt ihre Zeit in Anspruch und veranschaulicht sogleich die enge Verzahnung und Zusammenarbeit des Instituts mit verwandten Wissenschaftsinstitutionen, Bibliotheken, Verlagen, dem Frankfurter Magistrat, der Frankfurter Stadtgesellschaft und weiteren Institutionen im In- und Ausland.

Das ehemalige I.G.-Farbengebäude, entworfen von Hans Poelzig, beherbergt  im Erdgeschoss das Institut für Jugendbuchforschung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Das ehemalige I.G.-Farben-Gebäude, entworfen von Hans Poelzig, beherbergt im Erdgeschoss das Institut für Jugendbuchforschung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main. (c) juvenil

Dr. Carolina Romahn, Amtsleiterin des Kulturamtes der Stadt Frankfurt, in Vertretung des Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth, erwähnt nur einige der vielen Glanzlichter jüngerer Zeit, mit denen das Institut in die wissenschaftliche und die städtische Umgebung hinein strahlt: die Versendung der „Buchpakete“, den „Heinrich-Hoffmann-Sommer“, an dem sich das Institut u. a. mit mehreren Ausstellungen in der Stadt beteiligte, und das „Grimm-Jubiläumsjahr“ anlässlich der Herausgabe des ersten Bandes der Kinder- und Hausmärchen. Romahn wirft auch einen Blick ins kommende  Jahr und weist auf das nächste Großprojekt hin, dem sich das Institut verstärkt widmet, der weiteren Erforschung von Kinder- und Jugendliteratur über den Ersten Weltkrieg.

Für die „Märchenstiftung Walter Kahn“ spricht Martin Anker in Vertretung von Roland Kahn. Stellvertretend für die Stiftung hob Anker die fruchtbare Kooperation mit dem Institut und die gemeinsam erzielten Erfolge in der Märchenforschung hervor.

„Kinder- und Jugendliteratur ist kein Orchideenfach, sondern Schnuppern an den Wurzeln unserer Kultur“ – Ulrich Störiko-Blume, Verlagsleiter Kinder- und Jugendbuch des Carl Hanser Verlags, hebt hervor, dass die Wissenschaft nicht eine „Dienerin der Praxis“ sei. Ihren Wert bezeichnet er unter anderem als „Kompass für die Navigation durch Kitsch, Klimbim und Kunst“.

Eingang des Instituts für Jugendbuchforschung

Am Eingang des Instituts für Jugendbuchforschung werden Besucher werden durch eine kleine Ausstellung begrüßt, die aktuelle Themenschwerpunkte flankiert. (c) juvenil

Eva Kutter, Vorsitzende des „Freundeskreises des Instituts für Jugendbuchforschung e. V.“, Leiterin des belletristischen Kinder- und Jugendbuchprogramms des S. Fischer Verlags und Absolventin des Instituts, richtet das Augenmerk auch auf den Forschungsgegenstand des Instituts. Neben der deutschsprachigen Literatur schließt dieser auch Übersetzungen mit ein, neben Büchern auch neue Medien und neben Klassikern auch aktuelle Publikationen, sodass sich Studierenden ein großer Raum für eigene Forschung erschließe. Auch den pragmatischen Zugang zu Literatur, der die Arbeit im Lektorat eines Verlags charakterisiere, habe sie in ihrem Studium am Institut gelernt.

 

Dr. Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, betont die „Leuchtturm-Stellung“ des Instituts; es sei weltweit das erste Institut gewesen, das Kinder- und Jugendliteratur wissenschaftlich erforscht. Sie spannt den Bogen historisch von der Gründung 1963 im Deutschland der Nachkriegszeit bis heute und bezeichnet das Institut als „Kraftwerk der deutschen Kinder- und Jugendbuchszene“ durch die Jahrzehnte hindurch. Es habe sich als „Frankfurter Schule des Klaus Doderers und Hans-Heino Ewers‘“ etabliert. Durch die wissenschaftliche Reflektion habe das Institut die Entwicklung der modernen Kinderliteratur gefördert, so Raabe.

Auch die Goethe-Universität selbst feiert ein großes Jubiläum: Im kommenden Jahr wird sie 100 Jahre alt. Auch hier wird sich das Institut für Jugendbuchforschung einbringen.

Anne Siebeck und Linde Storm

Institut für Jugendbuchforschung Flur

Auch ein Kraftwerk der Absolventenbetreuung: Seit 1990 sind am Institut für Jugendbuchforschung etwa 620 Abschlussarbeiten verfasst worden. (c) juvenil

 

 

 

Institut für Jugendbuchforschung: http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/index.html

Beitrag auf wdr5: http://www.wdr5.de/av/audiojahrekinderundjugendbuchforschung100-audioplayer.html

Beitrag auf Rhein-Main-TV: http://www.rheinmaintv.de/video/50-Jahre-Kinder–und-Jugendbuchforschung/ffca2f5a2dfd2085e7b1305506fca783

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